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Mi, 12.08.2026: Sonnenfinsternis

Das Planetarium "im Kessel" ist seltsamerweise der denkbar schlechteste Ort, um diese Sonnenfinsternis zu erleben (s.u.).

Wie ist die Finsternis in Stuttgart zu sehen?
In Stuttgart beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19:22 Uhr. 
Das Maximum wird gegen 20:15 Uhr erreicht. 
Zu diesem Zeitpunkt ist die Sonne nur noch eine schmale Sichel und steht lediglich wenige Grad über dem Horizont. Gegen 20:43/20:44 Uhr geht die Sonne unter.
Der wichtigste Tipp für Stuttgart ist deshalb: einen erhöhten Standort mit möglichst völlig freiem Blick nach Westen wählen. 
Die Kessellage kann sonst schnell dazu führen, dass Häuser, Bäume oder Hügel die tief stehende Sonne verdecken.

Eine Bildkollage aus der Sonne, dem Mond der die Sonne verdunkelt und Wolken.

Am 12. August 2026 ist es soweit: In Deutschland wird eine Sonnenfinsternis zu sehen sein. Beginn der Verdunklung ca. 19:22 Uhr.

Wer dieses besondere astronomische Ereignis live beobachten möchte (und nicht bis 2081 warten will), ist herzlich eingeladen, es auf den Sternwarten Welzheim und Uhlandshöhe zu erleben. Durch  Stuttgarts „Kessellage“ sollte ein erhöhter Aussichtspunkt gewählt werden.

Für eine sichere Beobachtung gilt: 
Bitte niemals ungeschützt in die Sonne schauen. 
Vor allem nie mit einem Fernglas oder Teleskop!

Eine totale Verdunkelung wird in Deutschland im Jahr 2026 zwar nicht erreicht, dennoch wird die Sonne zu etwa 84 bis 93 Prozent bedeckt sein. Das sorgt für eine deutlich wahrnehmbare Abdunkelung – ein beeindruckendes Erlebnis, bei dem der Schutz der Augen unbedingt notwendig ist.

Die Gesellschaft der Deutschsprachiger Planetarien e.V. (GDP) hat zu der Sonnenfinsternis ein informatives PDF verfasst.

Was macht diese Sonnenfinsternis besonders?
Global handelt es sich um eine (vom richtigen Ort aus betrachtet) totale Sonnenfinsternis. Die schmale Zone der Totalität verläuft unter anderem über Grönland, Island und Spanien. 
In Deutschland wird die Sonne nicht vollständig bedeckt, im Südwesten ist die Finsternis aber besonders ausgeprägt. 
In Stuttgart werden beim Maximum rund 89 Prozent der Sonnenfläche vom Mond verdeckt.
Besonders ist außerdem die ungewöhnliche Beobachtungszeit: Die Finsternis findet am späten Abend statt, wenn die Sonne bereits sehr tief über dem westlichen Horizont steht. 
Dadurch kann sich eine sehr eindrucksvolle Lichtstimmung ergeben.

Wie sollte man die Finsternis beobachten?
Am einfachsten mit einer geprüften Sonnenfinsternisbrille. Normale Sonnenbrillen sind auch bei sehr dunklen Gläsern nicht ausreichend.
Eine sehr sichere Alternative ist die indirekte Projektion, beispielsweise mit einer Lochkamera. Dabei wird die Sonne gar nicht direkt betrachtet, sondern ihr Bild auf eine Fläche projiziert.
Ferngläser, Teleskope und Kameras dürfen nur mit dafür geeigneten Sonnenfiltern verwendet werden. Entscheidend ist, dass der Filter vor der Optik sitzt. Ein Fernglas oder Teleskop ohne Sonnenfilter bündelt das Sonnenlicht und kann innerhalb kürzester Zeit schwere Augenschäden verursachen.


Was sollte man unbedingt vermeiden?
Normale Sonnenbrillen, CDs, Rettungsdecken, berußtes Glas oder ähnliche improvisierte Hilfsmittel sind kein geeigneter Augenschutz.
Auch bei einer zu fast 90 Prozent bedeckten Sonne darf man nicht ohne Schutz hinsehen. Die verbleibende Sonnensichel ist immer noch hell genug, um die Netzhaut zu schädigen.


Ein häufiger Irrtum
Eine Sonnenfinsternis macht die Sonnenstrahlung nicht „gefährlicher“. Das Problem ist vielmehr, dass Menschen bei einer Finsternis viel länger und bewusster in Richtung Sonne schauen als sonst. Deshalb treten ohne geeigneten Schutz Schäden besonders leicht auf.
Ebenso wichtig: Eine zu 99 Prozent bedeckte Sonne ist noch immer eine partielle Sonnenfinsternis. Erst bei 100 Prozent Bedeckung innerhalb der Totalitätszone verschwindet die helle Sonnenoberfläche vollständig. Dieser letzte Prozentpunkt macht einen enormen Unterschied.
Ein zusätzlicher astronomischer Zufall
In derselben Nacht erreichen auch die Perseiden ihr Maximum. Da eine Sonnenfinsternis immer bei Neumond stattfindet, stört in dieser Nacht praktisch kein Mondlicht. Bei klarem Himmel lohnt es sich also, nach der Sonnenfinsternis noch etwas länger nach oben zu schauen.


Angebote in Stuttgart
Das Planetarium "im Kessel" ist seltsamerweise der denkbar schlechteste Ort, um diese Sonnenfinsternis zu erleben.
Wir empfehlen für die Beobachtung insbesondere die Sternwarten auf der Uhlandshöhe und in Welzheim, der Eintritt ist dort frei.